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Kindererziehung und -betreuung am Land

30.05.2017 -

Die Bäuerinnen NÖ, der Niederösterreichische Familienbund und die Landwirtschaftskammer NÖ luden am Dienstag, 30. Mai, gemeinsam zur Tagung „Leben am Land – da gestalten wir mit! Kindererziehung und –betreuung“ ein. Die Quintessenz? Kinderbetreuungsangebote müssen in die Breite gebracht werden, neue Varianten wie Kinderbetreuung am Bauernhof sind auszuloten und Eltern müssen auch Risiken für ihre Kinder zulassen und sie bestmöglich dabei begleiten.
 
Wahlfreiheit und Flexibilität: Das sind die Zauberwörter, wenn es um Kindererziehung und Kinderbetreuung im ländlichen Raum geht. „Als Landwirtschaftskammer ist es unsere Aufgabe bäuerliche Familienbetriebe bestmöglich zu unterstützen und das nicht nur im Produktionsbereich. Wenn es den Familien gut geht, geht es auch den Betrieben gut. Wir erkennen, dass immer mehr Frauen aus dem außerlandwirtschaftlichen Bereich auf unsere Betriebe einheiraten. Egal ob sie am Betrieb mitarbeiten oder einen anderen Beruf ausüben – wir brauchen die entsprechende Infrastruktur, wenn wir junge Frauen auf unseren Höfen haben möchten“, erklärt Landwirtschaftskammer Vizepräsidentin Theresia Meier. Dabei bieten Bauernhöfe auch bei der Kinderbetreuung enormes Potential wie die Präsidentin der Bäuerinnen Niederösterreich Irene Neumann-Hartberger weiß: „Unter dem Namen Green Care, wird derzeit ausgelotet, welche Möglichkeiten es für Kinderbetreuung am Bauernhof gibt. Studien zeigen, dass viele jener Frauen, die der Liebe wegen auf unsere Höfe kommen, pädagogische Ausbildungen auf den Betrieb mitbringen. Das könnte man durchaus nutzen, um eine neue Variante der Kinderbetreuung anzubieten.“
 
Der Familienbund, allen voran Obfrau Doris Schmidl, sieht die damit verbundenen Herausforderungen und möchte vor allem jungen Eltern eine Stütze sein: „Seit mittlerweile 62 Jahren stehen wir als Familienbund Müttern und Vätern zur Seite. Dabei sind wir natürlich mit der Zeit gegangen und bieten heutzutage sogar Kurzclips auf den Sozialen Medien an, die von Ernährungstipps bis zu Väterbeteiligung unterschiedlichste Themenschwerpunkte behandeln.“
 
2017 werden in NÖ 1.750 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen
1.050 Landeskindergärten, 51.000 Kindergartenkinder, 700 Tageseltern – die Bilanz des Landes Niederösterreich kann sich durchaus sehen lassen. Mit 50 zusätzlichen Gruppen soll 2017 ein weiteres Zeichen für mehr Flexibilität für Eltern gesetzt werden. „In Niederösterreich ist uns bereits viel gelungen. Wir haben die Dichte an Kinderbetreuungsplätzen erhöht und liegen vor allem bei den Angeboten für über 2 ½ Jährige mit einer Quote von fast 97 Prozent im Spitzenfeld. Aber es gibt immer Luft nach oben. So wünsche ich mir für die Zukunft, dass noch mehr Gemeinden versuchen, gemeinsame Angebote zu schaffen. Gemeinsam sind sie groß genug, um Plätze anzubieten und auch die Preise für Eltern moderat zu gestalten“, erklärt Landesrätin Barbara Schwarz. Gemeinsam mit Kinderbetreuung am Bauernhof könnten gemeindeübergreifende Angebot jungen Eltern künftig etwas Luft verschaffen.
 
Begleiten statt bewahren
Doch nicht nur Betreuungsplätze sind für die Zukunft wichtig. Auch die Eltern müssen ihren Teil zu einer guten Erziehung beitragen. Risikopädagoge Gerald Koller plädierte in seinem Vortrag dafür, den Kindern Möglichkeiten einzuräumen, sich zu bewähren und sie nicht nur vor allen möglichen Risiken zu bewahren: „Wir tendieren oft dazu eine „Goldene-Käfig-Pädagogik“ anzuwenden. Doch vielmehr müssen Kinder lernen, mit Risiken umzugehen. Die Aufgabe der Eltern ist es dabei das Kind bestmöglich zu begleiten. Nur so schaffen wir es, Kinder zu mündigen Menschen heranwachsen zu sehen.“